Konnektor abgelaufen oder TI-Karte ungültig: Ursache und Ersatzwege prüfen
Inhalt
Die Karte steckt, aber die Anmeldung meldet sie als ungültig. Oder der Konnektor läuft morgens nicht mehr hoch, und Versichertenstammdatenabgleich, eRezept, eAU und KIM stehen still. Wenn die TI steht, wartet das halbe Wartezimmer mit. Zwei unterschiedliche RSA-Fristen sind bereits verstrichen: RSA-only-Konnektoren sind seit dem 1. Januar 2026 ohne TI-Zugang; für RSA-Praxisausweise (SMC-B) und RSA-Heilberufsausweise (eHBA) endete die Austauschfrist am 30. Juni 2026. Konnektor und Ausweise sind getrennte mögliche Fehlerquellen. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie die Ursache eingrenzen, für jede betroffene Anwendung den vorgesehenen Ersatz- oder Papierweg prüfen und anschließend Konnektor oder TI-Gateway als regulären TI-Zugang planen.
Zuerst eingrenzen: Karte, Konnektor oder zentrale Störung
Eine Fehlermeldung wie ungültig oder abgelaufen kann mehrere Ursachen haben, und die Lösung unterscheidet sich je nachdem deutlich. Lesen Sie zuerst genau, welche Komponente meldet: Geht es um die SMC-B (den Praxisausweis), um den elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) oder um das Zertifikat des Konnektors selbst. Prüfen Sie danach, ob nur ein Arbeitsplatz betroffen ist oder die gesamte Praxis. Ein einzelner Platz deutet auf Kartenterminal oder Karte, ein Komplettausfall eher auf Konnektor, Netzwerk oder eine zentrale Störung. Diese kurze Einordnung entscheidet, ob Sie selbst handeln können oder ob eine Karte nachbestellt werden muss.
Soforthilfe bei abgelaufenem Konnektor oder ungültiger Karte
- Meldung wörtlich notieren. Halten Sie den genauen Text fest, dazu Uhrzeit und betroffenen Arbeitsplatz. Das spart später Zeit beim Support und ist für die Abrechnung wichtig.
- Karte prüfen, ob abgelaufen oder nur nicht freigeschaltet. Eine SMC-B oder ein eHBA muss gesteckt, per PIN freigeschaltet und gültig sein. Ist die Karte lediglich noch nicht per PIN freigeschaltet, lässt sich das in der Praxis prüfen. Ist sie wirklich abgelaufen, hilft kein Eingriff vor Ort.
- Folgekarte einplanen, wenn die SMC-B abgelaufen ist. Eine abgelaufene Karte wird nicht repariert, sondern ersetzt. Die Bestellung der Folgekarte braucht Vorlauf, weshalb sich der Tausch nicht in den laufenden Betrieb verschieben lässt. Bis die neue Karte da ist, prüfen Sie für jede betroffene Anwendung den vorgesehenen Ersatz- oder Papierweg; KIM und ePA können eingeschränkt oder nicht verfügbar bleiben.
- Beim Konnektor das Zertifikat prüfen. Läuft das Konnektor-Zertifikat aus, erreicht die Praxis die TI nicht mehr. Bei einem RSA-only-Konnektor ist damit der Gerätetausch fällig; eine Laufzeitverlängerung ist für diese Geräte nicht mehr vorgesehen.
- Auf zentrale Störung gegenprüfen. Bevor Sie Geräte tauschen, kontrollieren Sie, ob eine veröffentlichte Störung bei der Gematik oder Ihrem TI-Anbieter vorliegt. Liegt sie zentral, hilft kein Eingriff in der Praxis.
- Kontrolliert neu starten, nicht wahllos ziehen. Konnektor beziehungsweise TI-Gateway und Kartenterminal in der vom Hersteller vorgesehenen Reihenfolge neu starten. Geräte ungeordnet vom Strom zu nehmen kann den Zustand verschlechtern.
Ersatz- und Papierwege je Anwendung prüfen
Es gibt keinen einheitlichen Ersatzweg für alle TI-Anwendungen. Prüfen Sie für VSDM, eRezept, eAU und weitere betroffene Vorgänge jeweils die aktuell vorgesehene Ersatz- oder Papierregelung. KIM und ePA können ohne funktionsfähigen TI-Zugang eingeschränkt oder nicht verfügbar bleiben. Dokumentieren Sie Beginn, Dauer und betroffene Vorgänge und klären Sie Abrechnungsfragen mit Ihrer KV beziehungsweise dem zuständigen Ansprechpartner.
Der Weg ohne neuen stationären Konnektor
Ein Wechsel zum TI-Gateway erfordert Bestellung, Prüfung der Voraussetzungen und Einrichtung; er ersetzt keine Sofortmaßnahme während eines laufenden Ausfalls. Beim TI-Gateway entfällt der stationäre Konnektor in der Praxis. Die zentralen Gateway-Komponenten werden im Rechenzentrum betrieben und aktualisiert. Damit verlagern sich lokale Wartungs- und Austauschaufgaben; Internetverbindung, VPN-Zugang, Kartenterminals, Karten und zentrale Dienste bleiben mögliche Störungs- und Lebenszyklusfaktoren. Das MEDICAL OFFICE TI-Gateway wird je BSNR angeboten; die konkreten Konditionen und enthaltenen Komponenten klären wir vor der Bestellung.
Steht bei Ihnen gerade die TI still, ist Tempo das Entscheidende: erst die Ursache eingrenzen, dann die Ersatz- oder Papierwege je Anwendung klären und danach den regulären TI-Zugang planen. Bei einer neuen Einführung von MEDICAL OFFICE ordnen wir die zugehörige Telematikinfrastruktur für Ihre Praxis ein und rufen in der Regel innerhalb von zwei Stunden zurück (Mo bis Fr). Ziel ist, die Unterbrechung zu begrenzen und den nächsten Schritt belastbar zu planen.
Häufige Fragen
Was tun, wenn der Konnektor abgelaufen ist?
Prüfen Sie zuerst, ob wirklich der Konnektor die Störung meldet und nicht eine einzelne Karte. Liegt keine zentrale Störung vor, ist bei einem RSA-only-Konnektor der Gerätetausch fällig; eine Verlängerung ist für diese Geräte nicht vorgesehen. Bis zur Lösung sind die Ersatz- oder Papierwege je Anwendung zu prüfen; KIM und ePA können eingeschränkt oder nicht verfügbar bleiben. Ein TI-Gateway kann eine Alternative zur neuen stationären Box sein. Bestellung, Voraussetzungen und Einrichtung müssen getrennt von der akuten Störung geplant werden.
Meine SMC-B ist abgelaufen, kann ich noch arbeiten?
Eine abgelaufene SMC-B lässt sich in der Praxis nicht reparieren, sie muss als Folgekarte neu bestellt werden, und die Bestellung braucht Vorlauf. Bis die neue Karte da ist, sind die vorgesehenen Ersatz- oder Papierwege je Anwendung zu prüfen. KIM und ePA können eingeschränkt oder nicht verfügbar bleiben. Dokumentieren Sie Störungsbeginn und betroffene Vorgänge, damit der Ausfall im Abrechnungsfall nachvollziehbar ist.
Geht die TI auch ohne neuen Konnektor?
Ja. Ein cloudbasiertes TI-Gateway stellt die Verbindung zur Telematikinfrastruktur über einen zentral betriebenen Gateway-Dienst bereit, ohne lokale Konnektor-Box in der Praxis. Betrieb und Updates der zentralen Gateway-Komponenten erfolgen im Rechenzentrum. Internetverbindung, VPN-Zugang, Kartenterminals, Karten und zentrale Dienste bleiben mögliche Störungsfaktoren; deshalb ersetzt das Gateway keine akute Sofortmaßnahme.